Andere Kunst

Donnerstag, 28. Februar 2008

Vor lauter Lauschen...

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,
du mein tieftiefes Leben;
dass du weisst, was der Wind dir will,
eh noch die Birken beben.

Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,
lass deine Sinne besiegen.
Jedem Hauche gieb dich, gieb nach,
er wird dich lieben und wiegen.

Und dann meine Seele sei weit, sei weit,
dass dir das Leben gelinge,
breite dich wie ein Feierkleid
über die sinnenden Dinge.




Rainer Maria Rilke, 19.1.1898, Berlin-Grunewald

Donnerstag, 7. Februar 2008

...

Von Mandelaine

... heute nacht habe ich geträumt, wie ich an unseren alten gartenteich trat. in diesem schwammen mehrere tote, große, wunderschöne schmetterlinge. erst wollte ich sie ignorieren, doch dann entschloss ich mich dazu, sie aus dem wasser zu fischen und auf einen stein in der sonne auszubreiten.
ich bin mir sicher, eines tages werden sie wieder fliegen...

Dienstag, 1. Januar 2008

Wintermandala von Mandelaine




Auch wenn es kalt ist und der Schnee alles so still macht, feiert unter der Erde die Farbe den Rückzug ins Leben.
In der Dunkelheit knüpft sich das Band der Farben und Formen, blind spielt die Erde auf der Membran der Samen das Lied des Frühlings: "Wir kommen zurück".

Montag, 17. Dezember 2007

Die Verwandlung




Link auf die Website des Tübinger Künslers

Dienstag, 11. Dezember 2007

WENN DU...

Wenn du dich in zwei leuchtende Augen verliebst, überprüfe erst, ob es nicht die Sonne ist, die durch den hohlen Schäden schimmert

Ein Freund hat diesen schönen Spruch an einer Klotüre entdeckt.

Montag, 19. November 2007

Liebe

Nicht sich verstecken vor den
Dingen der Zeit in die Liebe.
Aber auch nicht vor der Liebe
in die Dinge der Zeit.

Erich Fried

Montag, 16. Juli 2007

Imagismus

To a Poor Old Woman

munching a plum on
the street a paper bag
of them in her hand

They taste good to her
They taste good
to her. They taste
good to her

You can see it by
the way she gives herself
to the one half
sucked out in her hand


Comforted
a solace of ripe plums
seeming to fill the air
They taste good to her


by William Carlos Williams

Freitag, 13. Juli 2007

Rilke und die Kunstmetaphysik

Rainer Maria Rilke-
Ein Dichter der ästhetischen Moderne, die ca. 1890 ihren Anfang hat.
Er wird auch heute noch geliebt, da sich seine Gedichte mit den existentiellen Fragen des Lebens beschäftigen.

Rilke sah seine Aufgabe unter anderem darin, die elementaren Bereiche wie Sexualität, Religiösität, Tod, um nur ein paar wenige zu nennen, aus dem Dunst der Verbannung zu holen.
Tod und Sexualität müssen in seinen Augen in das Leben integriert werden und nicht als Gefahren betrachtet aus dem Leben hinausgehoben werden.
Mit dem Beginn der Modernisierung sieht Rilke einen Prozess der Entzauberung am Werk.
Durch die Abschwächung des Glaubens und dem Verlust der sinnstiftenden Allmacht der Religion, verschwinden auch die elementaren Themen, die zuvor zumindest noch in dem religiösen Kontext eingebettet waren.
Die eintretende Rationalität kann sich den elementaren Fragen aber nicht zuwenden, denn die Antworten darauf sind nichtrationaler und nichtwissenschaftlicher Natur.
Wie soll sich der Mensch, dessen Gott tod ist, also an solche Fragen heranwagen ?
Rilke verweist, wie auch schon Nietzsche, auf die ästhetischen oder künstlerischen Herangehensweisen.
Der moderne Mensch muss sich gestalterisch mit den elementaren Bereichen und Fragen auseinandersetzen.
Die Kunst wird so zu einem Ersatz für Religion und dann zur Religion selbst.
Dort setzt also auch das Selbstverständnis des modernen Dichters an.
Er ist Vermittler zwischen den Lebensbereichen die uns fremd geworden sind und dem Leben, in welches er die Lebensbereiche wieder integrieren will.
Die Kluft zwischen beiden Bereichen soll durch die Kunst verringert werden.
Dies geschieht allein durch Inspiration.

Kunst wird nicht gemacht, sie geschieht.

scannen0003

Mittwoch, 27. Juni 2007

Spanische Tänzerin

Wie in der Hand ein Schwefelzündholz, weiß,
eh es zur Flamme kommt, nach allen Seiten zuckende Zungen streckt-:beginnt im Kreis
naher Beschauer hastig, hell und heiß
ihr runder Tanz sich zuckend auszubreiten.

Und plötzlich ist er Flamme, ganz und gar.

Mit einem Blick entzündet sich ihr Haar
und dreht auf einmal mit gewagter Kunst
ihr ganzes Kleid in diese Feuersbrunst,
aus welcher sich, wie Schlangen die erschrecken,
die nackten Arme wach und klappernd strecken.

Und dann: als würde ihr das Feuer knapp,
nimmt sie es ganz zusamm und wirft es ab
sehr herrisch, mit hochmütiger Gebärde
und schaut: da liegt es rasend auf der Erde
und flammt noch immer und ergiebt sich nicht-.
Doch sieghaft, sicher und mit einem süßen
grüßenden Lächeln hebt sie ihr Gesicht
und stampft es aus mit kleinen festen Füßen.

Rainer Maria Rilke
Neue Gedichte

Freitag, 25. Mai 2007

Mandelaines Kunst





Diese schöne Kunst ist bei Mandelaine zu finden. Ich durfte ihre Mandalas mit ihrer Zustimmung bei mir veröffentlichen. Danke !


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