Traum

Samstag, 19. April 2008

Still

Ist denn die Welt nicht so klein, dass man vor ihr Schweigen sollte, um sie nicht zu wecken aus ihrem süßen Schlummer?

Donnerstag, 6. März 2008

...

Die Klarheit jagd zärtlich die Verworrenheit und leuchtet diese aus
Auf der Jagd nach der Klarheit ist die Zärtlichkeit ein geeigneter Weggefährte.
Das Lauschenkönnen ist die Grundvoraussetzung für die Zärtlichkeit, die den Dingen nie den eigenen Rhythmus abspricht, auf den sie sich mühelos einlassen kann, um ihn zu erweitern und auf ihm die eigene Melodie zu spielen.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Unschöne Gedanken einer unschönen Frau

G

Du bist der Sand in meinen Augen, den ich mir herausreibe - es kann nicht sein, dass du mir den täglichen Blick verheulst.
Hör auf jeden Tag mir etwas ins Getriebe zu schmeißen.
Denn ich überlege mir, ob ich dich ablegen soll, oder ob ich dich hinterlegen soll, vielleicht sollte ich dich auslegen oder sollte ich dich überlegen, soll ich dich einlegen?

Ich werde dich-
einlegen, dann wirst du nicht schlecht. Ich werde dafür Sorge tragen, dass du immer genießbar bleibst.
Endlich wirst du immer so bleiben, wie ich dich haben will.

Denn, jeder Mensch hat ein Recht auf das Glück, also lege ich dich in Essig ein und lege dich dann hinter meinem Fenster zur Straße aus, damit alle sehen, wie schön du noch bist.
Alle kommen und bewundern mich um dich. Das wird Jahre lang so gehen. Was für ein Wunder dieser Mann, der wird nicht älter.
Alle kommen und wollen auch so was im Glas haben.
Vielleicht kann ich dich reproduzieren.
Das wäre vielleicht ein Hineingepfusche in den göttlichen Bauplan, wenn es so etwas gibt, aber lasst mich nur pfuschen.
Ich habe keine Kinder. Aber einer im Haus muss spielen dürfen. Ich baue dich neu zusammen. Ganz so wie beim Legospielen, ein Klotz auf den anderen.

Ich überlege dich lange und werde Zeit haben, dich ganz zu verstehen.
Was für eine Chance jemanden ganz zu verstehen.
Das gelingt doch sonst nur selten. Am Anfang vielleicht, wenn man noch ganz in Flammen steht, verliebt bis an den langen Rocksaum.
Aber das hat bald sein Ende, deshalb ist es wichtig, das Einlegen in Essig nicht zu vergessen, wäre doch schade um die Harmonie. Ich bin in den Supermarkt gefahren. Natürlich mit dem großen Lieferwagen unseres Geschäftes, denn man kann sich vorstellen, wieviel Essig so ein Mann schluckt.
Ich habe gleich gehandelt, das soll heißen, sobald nach der Heirat die Schwierigkeiten an das Tageslicht kamen und nicht nur in der dunklen Tiefe des Ehebettes verborgen blieben.
Es ist immer besser gleich zu handeln.

Ich hatte mehrere Optionen des Handelns, wie gesagt,
denn ich überlegte mir, ob ich dich ablegen soll, oder ob ich dich hinterlegen soll, ob ich dich vielleicht auslegen oder dich überlegen soll, aber ich habe dich eingelegt.

Was würde ein Ablegen dem Einlegen voraus haben?
Nichts, denn wenn ich dich nur ablegen würde, bliebest du schließlich so, wie ich dich nicht haben will. Du würdest Tag für Tag da herum sitzen und nicht wissen, wie man mich berührt. Und ich würde mich fragen, wer der Mann war, in den ich mich verliebte.
Das Hinterlegen, setzt die Hoffnung voraus, dass es irgendwann noch einmal besser mit dir wird, und das ich dich in Zeiten des Notstands noch einmal herauskramen kann. Aber dann hätte ich dich immer noch an meinem Rockzipfel hängen.
Dich auszulegen wäre in der Option des Einlegen enthalten, und darum habe ich mich für das Letztere entschieden.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Rotsehen

Wenn wir nur noch rot sehen würden, würden wir gar nichts mehr sehen.

mandala4-klein


Sie tauchte ein in das Rot überall, die Wände waren rot, die Stühle, die Haut der Mitmenschen, alles um sie herum war nur noch rot. Zuerst konnte sie noch eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Rottönen machen, das hellere Rot auf den Innenblättern der Rose, das ins Braun gehende Rot auf den Dächern der Stadt...
Dann aber sah sie gar nichts mehr.

A rose is a rose is a rose is a rose is a rose

Wenn man gar nichts mehr sieht, heißt das in diesem Fall, dass man wirklich nichts mehr sieht, auch kein Rot mehr. Weder den Rotton der Erdbeere, noch den Rotton der eigenen Lippen, weder das Erröten des roten Gesichtes, noch das Rot, das sich auf die vom Schlaf geröteten schon roten Wangen einer Frau schiebt.

Wenn wir nur noch rot sehen würden, wären wir blind.
Genauso würde es sich bei nur noch Schwarzsehenden verhalten.

Dienstag, 6. November 2007

Nein.

Nicht mehr reden
Es ist schon zu viel darüber geredet worden.

Nur lange beeinander liegen und nichts wollen als die Schmeicheleien, die von den Worten und den Augen ausgehen, ein beiläufiges Steicheln im Nacken, als wäre es nur ein Windhauch, der durchs offene Abendfenster hereinkam.


B

Mittwoch, 5. September 2007

...



Aus: Wikipedia, Jean-Léon Gérôme, Phryne before the Areopagus 1861, Hamburg Kunsthalle


"Sexualität und Machtausübung hängen manchmal eng zusammen" und so ist es in meinen Träumen auch immer ein Mann, der bedrohlich wird.
Aus diese Reihe von Gruseligkeiten entwickeln sich vielleicht einmal die schönsten Liebesgeschichten.
Aber erst einmal träumen und die Träume so nehmen, wie sie sind.

Ein altes Fabrikgebäude voller Künstler, mit mehreren Stockwerken.
Auf jeder Etage wird eine andere Kunst geübt. Melusie befindet sich im oberen Stock, direkt unter dem Dach.

Aber diese Männer, die dort einen neuen Song vom schiefen Turm von Pisa spielen, werden bedrohlich.

Besonders der eine, der seine Agression in schmierigen Annäherungsversuchen verpackt.
Aber er ist es nicht gewesen, der sie später umbringen will.
Als Melusie vor den Männern aus dem obersten Stockwerk flieht, merkt sie, dass sie ihren Geldbeutel oben liegen gelassen hat.
Aber den braucht sie:
Eine Frau, mittleren Alters, eine von den Künstlern aus dem ersten Stock, will ihr helfen.

Sie hakt sich bei Melusine unter, dann steigen sie die Treppe hoch, bis unter das Dach.

Die Männer haben bereits gemerkt, dass Melusine geflohen ist, aber ihren Geldbeutel vergessen hat, sie rechnen damit, dass sie zurückkommen wird.

Ein Mann lauert sie auf, schleicht sich von hinten an die beiden Frauen heran (es ist schon dunkel geworden und man hat nur eine spärliche Beleuchtung angemacht).
Dann pakt er Melusine von hinten und schleudert sie in die Luft.
Als er sie wieder auffängt, drückt er so fest zu, dass etwas in ihr bricht.

Die Frau, die mit ihr gegangen ist, gibt sich plötzlich als Chefin dieser Machenschaften und des ganzen Kunstvereins aus und macht dem Mann deutlich, die Sache mit Melusine zu übernehmen.
Der Mann überläßt ihr diesen Mord und eilt davon.

Er ist weg, die Frau trägt die gebrochene Melusine aus dem Fabrkgebäude und legt sie zu den anderen Leichen auf die Wiese, unweit der Halle.
Melusie soll sich todstellen, denn der Mann wird wiederkommen um sie zu entsorgen. Er wird sie für tod erklären.

Die Frau verschwindet.

Der Mann kommt, bevor er sie wegziehen kann, will er sie noch einmal zusammentreten.
Er tritt auf sie ein, Melusine darf nicht atmen um nicht entdeckt zu werden, sie darf nicht schreien, obwohl alles in ihr am zerbersten ist.

Er tritt sie zu einem Paket zusammen und schleppt sie, zwischen seinen Beinen hängend, in ein anderes Fabrikgelände.

Dort bleibt sie liegen.

Ein Lachen entwaffnet

B

Melusine ist gefangen. In einem Bus. Sie hat ihn nicht gehört, er ist von hinten an sie herangefahren, er ist durch sie hindurch gefahren und hat sie heimlich von der Straße aufgesammelt.

Der Bus ist ganz aus Glas.
Melusine sieht die Welt hinter den Scheiben, sie kann aber nicht nach draußen zu ihr gelangen.

(Guantanamo-Bus)

Vorne am Steuer sitzt der Mann ihrer Träume.
Ihrer immer wiederkehrenden Albträume.

Er grinst mit einem schlechten Grinsen zu ihr nach hinten, weil er sich ihrer nun sicher weiß.

Melusine springt mit dem Kopf voraus durch die Scheibe und kracht hart auf den Asphalt.

Der Mann gerät in Panik, er hält seinen Glasbus an und rennt auf sie zu.
Ein Knabe, fast noch ein Kind, springt hinten aus dem Bus, er humpelt.
Soll das der Teufel sein ?
Niavem hat, über Melusie wachend, keinen Pferdefuß gesehen.

Dann schlägt der Mann zu, richtig fest, mitten in ihr Gesicht, auf den Mund.
Melusie steht und versucht sich zu wehren, erst mir Schlägen, aber die können gegen den Mann nichts ausrichten.
Dieser schlägt sie immer weiter direkt in den Mund hinein, es tut höllisch weh.

Da kommt ihr die Idee und sie greift zur Waffe.
Sie lacht ihn an.

"HA, HA, HA"

Dieses Lachen ist gewaltig. Sie spührt wie seine Schläge für eine kurze Zeit schwächer werden, noch ist nicht alles gewonnen.

"Bloß jetzt nicht aufhören"

Sie merkt die Schläge kaum noch, während sie ihm weiter ins Gesicht lacht, das blasser wird und dann verschwindet.

Ende

Montag, 9. Juli 2007

Das Auge ißt mit

Das ist das perfekte Dinner zu dritt-
denn: Die Augen essen mit.

Samstag, 7. Juli 2007

Ich grüne dem Mittag entgegen

Aufgewacht, aufgelacht.
Gedanken hinweg gestreut, einfach nur dagesessen - auf der Bettkante.
Ein weißes Papier genommen und einen Schriftzug darauf gesetzt, mit grün- wie ein
morgenfrisches Pflänzlein mit geschwungenen Halmen, gekräuselten Blatträndern, gewundenen Knospen in gelb,
Mich in die Knospe hineingeträumt in den Morgen, in das zitronige Sonnengelb, das mich erst sanft begrüßt und winkt, dann umringt.
Ich liege mitten in der Knospe, ganz gelb und grüne dem Mittag entgegen.

mandala4-klein

Donnerstag, 28. Juni 2007

Gelber Mais und Herbstfelder. Dunkle Erde unter dem Sternenhimmel. Sonnenblumen im Meerwind. Fragen hängen in den Bäumen- an dich.


Werft einen Blick !

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