Du bist der Sand in meinen Augen, den ich mir herausreibe - es kann nicht sein, dass du mir den täglichen Blick verheulst.
Hör auf jeden Tag mir etwas ins Getriebe zu schmeißen.
Denn ich überlege mir, ob ich dich ablegen soll, oder ob ich dich hinterlegen soll, vielleicht sollte ich dich auslegen oder sollte ich dich überlegen, soll ich dich einlegen?
Ich werde dich-
einlegen, dann wirst du nicht schlecht. Ich werde dafür Sorge tragen, dass du immer genießbar bleibst.
Endlich wirst du immer so bleiben, wie ich dich haben will.
Denn, jeder Mensch hat ein Recht auf das Glück, also lege ich dich in Essig ein und lege dich dann hinter meinem Fenster zur Straße aus, damit alle sehen, wie schön du noch bist.
Alle kommen und bewundern mich um dich. Das wird Jahre lang so gehen. Was für ein Wunder dieser Mann, der wird nicht älter.
Alle kommen und wollen auch so was im Glas haben.
Vielleicht kann ich dich reproduzieren.
Das wäre vielleicht ein Hineingepfusche in den göttlichen Bauplan, wenn es so etwas gibt, aber lasst mich nur pfuschen.
Ich habe keine Kinder. Aber einer im Haus muss spielen dürfen. Ich baue dich neu zusammen. Ganz so wie beim Legospielen, ein Klotz auf den anderen.
Ich überlege dich lange und werde Zeit haben, dich ganz zu verstehen.
Was für eine Chance jemanden ganz zu verstehen.
Das gelingt doch sonst nur selten. Am Anfang vielleicht, wenn man noch ganz in Flammen steht, verliebt bis an den langen Rocksaum.
Aber das hat bald sein Ende, deshalb ist es wichtig, das Einlegen in Essig nicht zu vergessen, wäre doch schade um die Harmonie. Ich bin in den Supermarkt gefahren. Natürlich mit dem großen Lieferwagen unseres Geschäftes, denn man kann sich vorstellen, wieviel Essig so ein Mann schluckt.
Ich habe gleich gehandelt, das soll heißen, sobald nach der Heirat die Schwierigkeiten an das Tageslicht kamen und nicht nur in der dunklen Tiefe des Ehebettes verborgen blieben.
Es ist immer besser gleich zu handeln.
Ich hatte mehrere Optionen des Handelns, wie gesagt,
denn ich überlegte mir, ob ich dich ablegen soll, oder ob ich dich hinterlegen soll, ob ich dich vielleicht auslegen oder dich überlegen soll, aber ich habe dich eingelegt.
Was würde ein Ablegen dem Einlegen voraus haben?
Nichts, denn wenn ich dich nur ablegen würde, bliebest du schließlich so, wie ich dich nicht haben will. Du würdest Tag für Tag da herum sitzen und nicht wissen, wie man mich berührt. Und ich würde mich fragen, wer der Mann war, in den ich mich verliebte.
Das Hinterlegen, setzt die Hoffnung voraus, dass es irgendwann noch einmal besser mit dir wird, und das ich dich in Zeiten des Notstands noch einmal herauskramen kann. Aber dann hätte ich dich immer noch an meinem Rockzipfel hängen.
Dich auszulegen wäre in der Option des Einlegen enthalten, und darum habe ich mich für das Letztere entschieden.
larissa-laura - 11. Dez, 18:41 - Rubrik:
Traum